- AutorIn
- Nicole Frille
- Titel
- Frühzeitige Physiotherapie mittels „reflex rolling“ nach Vojta zur Vermeidung von Apnoen bei sehr kleinen Frühgeborenen
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1003436
- Datum der Einreichung
- 21.11.2024
- Datum der Verteidigung
- 01.10.2025
- Abstract (DE)
- Apnoen bei Frühgeborenen – ein vielgesehenes Ereignis im neonatologischen Arbeitsfeld, was bis dato bereits mit multiplen therapeutischen Ansätzen zur Senkung der Apnoe-Raten wissenschaftlich umfassend untersucht, jedoch noch nicht vollständig verstanden und therapiert ist. Bislang finden medikamentöse Therapieansätze und maschinelle Atemunterstützung schon Einzug im Therapieschema. Bezüglich der physiotherapeutischen Techniken erfolgte noch keine weitreichende Studie, sogleich die Beübung nach Vojta und Bobath auf den Intensivstationen der Neonatologie schon lange nicht mehr wegzudenken ist. Besonders das „reflex rolling“ nach Vojta stimuliert das Atemzentrum und somit postulierten wir zeitgleich einen gewissen Trainingseffekt und stellten die Hypothese der Reduktion von Apnoe-Raten und damit ein besseren neurologischen Langzeitverlauf auf. Die Probanden wurden in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe randomisiert. Die Interventionsgruppe erhielt ab dem 7. Lebenstag dreimal täglich eine physiotherapeutische Beübung im Sinne des „reflex rolling nach Vojta“, bei der ein Brustzonenreiz für zirka 10 Sekunden je Seite gehalten und über neuronale Prozesse das Atemzentrum stimuliert wurde. Die Brustzonen wurden abwechselnd jeweils zweimalig akkupressiert. Anschließend erfolgte eine Nachbeobachtung der Vitalparameter, des Sättigungsniveaus mit Notiz der Sauerstoffgabe, der Atemunterstützung sowie ggf. der medikamentösen Atemtherapie. Wochentags erfolgte die therapeutische Beübung dreimal täglich nach Studienprotokoll vorgegebenen Zeitfenstern. Am Wochenende reduzierten wir die Therapie auf eine Einzelbehandlung. Zusätzlich verordneten wir den Kindern zur Vergleichbarkeit die bereits etablierte Bobath-Therapie. Die Probanden der Kontrollgruppe erhielten ausschließlich Bobath-/Atemtherapie oder keine Therapie – je nach gesundheitlichem Zustand und Ermessen des behandelnden Arztes. Bei noch nicht abgeschlossener Studie zogen wir Zwischenbilanz im Sinne einer Sicherheitsanalyse. Bereits in der deskriptiven Statistik lässt sich die Vergleichbarkeit der Daten zwischen den Gruppen herausarbeiten. So gelang es im randomisierten Schema die Probanden nahezu gleich auf die Gruppen zu verteilen. Wir schlossen 24 Studienkinder in die Interventionsgruppe und 26 Kinder in die Kontrollgruppe ein. Die Geschlechter wurden zu beiden Armen gleich verteilt. Im Geburtsmodus, der Lungenreife, des Geburtsgewichtes, des postkonzeptionellen Alters sowie der maximalen Atemunterstützung zeigten die Gruppen keinen signifikanten Unterschied. Lediglich in der Anzahl der Bobath-Behandlungen konnte die Kontrollgruppe einen signifikanten Unterschied (p<0,001) erlangen. Mit Hilfe von SPSS rechneten wir die Daten der Apnoen und Bradykardien explorativ. In beiden Gruppen gelang kein signifikanter Unterschied bezüglich der Anzahl an Apnoen und Bradykardien im Verlauf der Studienzeit auf die einzelnen Messtage bezogen. Wir können damit festhalten, dass die Vojta-Therapie eine sichere Therapieform ist, welche zum aktuellen Zeitpunkt im Vergleich keine Erhöhung oder signifikante Senkung der Apnoe- und Bradykardierate erzielt. Zeitgleich übernahmen wir aus dem Datenerfassungssystem Ereignisse, welches als komplikativ im Sinne der Frühgeborenen gewertet werden konnten (Siehe Tabelle 4, Sicherheitsanalyse). Die Gruppe der Probanden mit Intervention zeigten geringfügigere Komplikationen (Intubationen, Operationen, NEC, Pneumothorax, Versterben etc.) als die Kontrollgruppe. Bezogen auf die Interventrikulären Hämorrhagien, PVL und die BPD sehen wir eine ähnliche Ereignishäufigkeit. Wir wollen damit gerne die Sicherheit der aktuellen Studie und damit auch das „reflex rolling nach Vojta“ unterstreichen. Sogleich möchten wir auch betonen, dass die endgültigen Daten der Studie noch ausstehend sind.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Physiotherapie, Vojta, Neonatologie, Frühgeborene, Apnoe, Bradykardie, Atemtherapie
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- angenommene Version / Postprint / Autorenversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1003436
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 14.11.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC-ND 4.0