- AutorIn
- Paula Weinkopf
- Titel
- Röntgenologische und szintigraphische Untersuchungen zu ausgewählten morphologischen Varianten der sechsten und siebten Halswirbel und deren klinischer Relevanz bei Pferden
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1004721
- Datum der Einreichung
- 16.04.2025
- Datum der Verteidigung
- 23.09.2025
- Abstract (DE)
- „Röntgenologische und szintigraphische Untersuchungen zu ausgewählten morphologischen Varianten der sechsten und siebten Halswirbel und deren klinischer Relevanz bei Pferden“ Einführung: Morphologische Varianten der Processus transversi des sechsten (C 6) und siebten Halswirbels (C 7) treten bei Pferden verschiedener Rassen häufig auf. Sie werden oft als anatomische Missbildungen bezeichnet und können mit propriozeptiven und neurologischen Dysfunktionen in Verbindung gebracht werden. Als Equine Complex Vertebral Malformation (ECVM) erregen diese Veränderungen gegenwärtig viel Aufmerksamkeit. Einigkeit herrscht über das Vorkommen dieser Veränderungen. Die klinische Relevanz wird aber immer wieder sehr unterschiedlich diskutiert und relativiert. Das Ziel dieser Studie ist die Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen dem Auftreten morphologischer Varianten im Bereich der letzten beiden Halswirbel, deren Spondylarthrosen, szintigraphischen Befunden und den auftretenden klinischen Symptomen. Tiere, Material und Methoden: In einer retrospektiven Studie wurden in der Pferdeklinik Bargteheide Pferde von 2012 bis 2023 ausgewertet, bei denen folgende Einschlusskriterien vorhanden waren: Ganzkörperzintigraphie, Röntgenaufnahmen der kaudalen Halswirbelsäule sowie eine vollständige klinische Untersuchung. Die Pferde wurden nach einem Standardprotokoll untersucht und diagnostische Anästhesien durchgeführt. Die Einteilung der anatomischen Varianten erfolgte anhand des Röntgenbildes. Als unverändert galten Wirbel, bei denen beide Laminae ventrales am 6. Halswirbel und keine Protuberanz am 7. Halswirbel vorhanden war. Zusätzlich wurden die Facettengelenke hinsichtlich einer Arthrose bewertet und in drei Gruppen (geringgradige, mittelgradige und hochgradige Spondylarthrose) eingeteilt. Die Beurteilung der szintigraphischen Aufnahmen wurde subjektiv (physiologisch, erhöht und fraglich) und objektiv mittels Berechnung von Absorptionskoeffizienten (AC) durchgeführt. Dabei wurden jeweils die Absorptionskoeffizienten der Wirbelkörper von C 6 und der Facettengelenke von C 6/7 berechnet. Mit den Ergebnissen der drei verschiedenen Untersuchungsmethoden erfolgte die Einteilung in drei klinische Gruppen: Gruppe A) keine klinischen Symptome oder klinische Symptome mit diagnostizierter Ursache an anderer Stelle als C 6/7; Gruppe B) klinische Symptomatik, bei der der Bereich C 6/7 als Ursache vermutet wird; Gruppe C) keine Ursache für die klinische Symptomatik gefunden. 81 Zusammenfassung Die statistische Untersuchung erfolgte mit dem Chi-Quadrat-Test (p ≤ 0,05). Für die Ermittlung der Effekte wurden drei bivariate logistische Regressionsmodelle erstellt. Ergebnisse: 991 Pferde entsprachen allen Einschlusskriterien. 735 Pferde wiesen eine unveränderte Anatomie im Bereich von C 6 und C 7 auf. Das mittlere Alter lag bei 8,8 Jahren (1 bis 26 Jahre). Bei 143 Patienten bestanden morphologische Varianten (25,83 %). Die Prävalenz des Auftretens variierte zwischen den untersuchten Warmblutpferderassen (Dänisches Warmblut: 24,6 %; Hannoveraner: 24,8 %; Holsteiner: 22,8 %; Oldenburger: 29,4 %; Trakehner: 39,0 %; Westfale: 21,6 %). Es wurden 225 Pferde in Gruppe A, 454 in Gruppe B und 312 in Gruppe C eingeordnet. Dabei zeigten sich keine Unterschiede hinsichtlich der röntgenologischen Befunde an den Facettengelenken von C 6/7 bei Pferden mit und ohne morphologische Varianten (p = 0,504, Cramér’s V = 0,0372). Subjektiv wurden über 70 % der Facettengelenke von C 6/7 als vermehrt angereichert bewertet, während objektiv nur unter 30 % der Pferde über dem Cut- off-Wert lagen. Bei Pferden ohne morphologische Varianten traten erhöhte Absorptionskoeffizienten im Bereich des Wirbelkörpers von C 6 signifikant häufiger auf als bei Pferden, die eine veränderte Anatomie zeigten (p < 0,001; Cramér‘s V = 0,1350). In Bezug auf die Absorptionskoeffizienten der Facettengelenke C 6/7 gab es dagegen keine signifikanten Unterschiede im Zusammenhang mit der Anatomie von C 6 und C 7 (p = 0,127, Cramér’s V = 0,0645). Zwischen den klinischen Gruppen und der Anatomie des 6. und 7. Halswirbels bestand kein statistisch signifikanter Zusammenhang (p = 0,930, Cramér’s V = 0,0121). Im Rahmen der bivariaten logistischen Regression konnte festgestellt werden, dass die Anatomie im Bereich von C 6 und C 7 keinen Einfluss auf die Entstehung klinischer Symptome hatte, deren Ursache im Bereich von C 6/7 lag. Mittel- und hochgradige Spondylarthrosen sowie ein erhöhter Absorptionskoeffizient im Bereich der Facettengelenke von C 6/7 erhöhten die Chance, dass Pferde klinische Symptome entwickelten, deren Ursache an C 6/7 vermutet wurde. Junge Pferde unter 8 Jahren und Dressurpferde wiesen eine signifikant größere Wahrscheinlichkeit auf, entsprechende klinische Symptome zu entwickeln. Schlussfolgerungen: Anatomische Varianten des sechsten und siebten Halswirbels weisen keinen Einfluss auf die Entstehung klinischer Symptome auf. Aufgrund der Auswertung der Röntgenbilder und Szintigramme konnte man bestätigen, dass Pferde mit morphologischen Varianten ebenso häufig wie Pferde mit unveränderter Anatomie Spondylarthrosen der Facettengelenke von C 6/7 entwickeln.
- Verweis
- Equine skeletal scintigraphy: Comparing lesion detection ability of methylene diphosphonate and hydroxymethylene diphosphonate in the caudal cervical and proximal metacarpal/metatarsal regions
DOI: 10.1002/vetr.4069 - Freie Schlagwörter (DE)
- Halswirbelsäule, Pferd, Szintigraphie, Lamina ventralis
- Klassifikation (DDC)
- 636.089
- 630
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1004721
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 24.11.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
- Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 1. Einleitung 2. Literaturübersicht 2.1 Anatomie der kaudalen Halswirbelsäule 2.1.1 Knöcherne Strukturen 2.1.2. Weichteilstrukturen 2.1.3. Neuroanatomie 2.1.4. Biomechanik 2.2. Abweichende Befunde im Bereich der kaudalen Halswirbelsäule 2.2.1. Klinische Symptome 2.2.2. Transposition der Lamina ventralis von C 6 auf C 7 2.2.3 Cervical vertebral stenotic myelopathy 2.2.4. Zervikale Spondylarthrose 2.3. Klinische Untersuchung des Bewegungsapparates 2.3.1 Orthopädische Untersuchung 2.3.1.1. Adspektion und Palpation 2.3.1.2. Beurteilung des Gangbilds 2.3.1.3. Beugeproben 2.3.2. Neurologische Untersuchung 2.4 Bildgebende Untersuchung der kaudalen Halswirbelsäule 2.4.1 Röntgenologische Untersuchung der Halswirbelsäule 2.4.1.1 Standardprojektionen 2.4.1.2 Spezialaufnahmen 2.4.2 Szintigraphie der Halswirbelsäule 2.4.3 Schnittbildverfahren 2.4.3.1 Computertomographie (CT) 2.4.3.2 Magnetresonanztomographie (MRT) 3. Tiere, Material und Methoden 3.1 Tiere 3.2 Material und Methoden 3.2.1 Klinische Untersuchung der Patienten 3.2.2 Röntgenologische Untersuchung 3.2.3 Szintigraphische Untersuchung 3.2.4 Sedation 3.2.5 Auswertung der bildgebenden Diagnostik 3.2.5.1 Auswertung der röntgenologischen Untersuchung 3.2.5.2 Auswertung der szintigraphischen Untersuchung 3.2.5.2.1 Subjektive Auswertung 3.2.5.2.2 Quantitative Auswertung mittels Regions-of-Interest-Technik 3.2.6 Gruppeneinteilung anhand der Diagnosen 3.2.7 Statistische Auswertung 4. Ergebnisse 4.1 Tiere 4.1.1 Verteilung von Geschlecht, Rasse, Alter, Nutzung 4.1.2 Ergebnisse der klinischen Untersuchung 4.2 Ergebnisse der röntgenologischen Untersuchung 4.3 Ergebnisse der szintigraphischen Untersuchung 4.3.1 Subjektive Auswertung 4.3.2 Objektive Auswertung 4.4 Auftreten und Zusammenhänge der Röntgenbefunde 4.5 Zusammenhänge von Röntgen und Szintigraphie 4.6 Zusammenhänge zwischen röntgenologischen Befunden und klinischen Symptomen 4.7 Zusammenhänge von Szintigraphie und klinischen Symptomen 4.8 Bivariate logistische Regression 5. Diskussion 5.1 Hintergrund der Studie 5.2 Geschlecht, Rasse, Alter und Nutzung der Patienten 5.3 Symptome der untersuchten Pferde 5.4 Befunde im Röntgen 5.4.1 Auftreten der morphologischen Varianten 5.4.2 Auftreten von Befunden an den Facettengelenken 5.5 Auftretende Befunde in der Szintigraphie 5.6 Diskussion der Zusammenhänge 5.6.1 Zusammenhänge der Röntgenbefunde 5.6.2 Zusammenhänge von Röntgen und Szintigraphie 5.6.3 Zusammenhänge zwischen Röntgenbefunden und klinischen Symptomen 5.6.4 Zusammenhänge von Szintigraphie und klinischen Symptomen 5.7 Diskussion der logistischen Regression 6. Zusammenfassung 7. Summary 8. Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Tabellenverzeichnis Anhang Danksagung