- AutorIn
- Florian Ramdohr
- Titel
- Retrospektive Analyse der Gabe von Donorlymphozyteninfusionen bei Patienten nach allogener Blutstammzelltransplantation. Eine Betrachtung des Transplantationszentrums Leipzig von 2007-2018.
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1014642
- Datum der Einreichung
- 03.12.2024
- Datum der Verteidigung
- 27.11.2025
- Abstract (DE)
- Einleitung: Die allogene Blutstammzelltransplantation (alloSCT) ist eine therapeutische Option bei vielen malignen wie nicht malignen hämatologischen Erkrankungen, welche eine immunologische Wirkung der Zellen des Spenders nutzt. Um diese immunologische Wirkung der alloSCT zu verstärken, wurde die Gabe von Donorlymphozyteninfusionen (DLI) entwickelt. Die Gabe von DLI kann im Nachgang der Transplantation entweder prophylaktisch (beispielsweise bei einer unzureichenden Remission vor alloSCT), präemptiv oder therapeutisch erfolgen. Obwohl mittlerweile etwa 1,5 Millionen alloSCT weltweit durchgeführt worden sind, bleibt die Datenlage zu DLI und insbesondere zu patientenseitigen und prozessseitigen Risikofaktoren unzureichend. Methoden: Die Analyse von 97 Patienten beschreibt die Charakteristika sowie Verläufe aller Patienten aus den Jahren 2007-2018, welche am Universitätsklinikum Leipzig mit DLI behandelt wurden. Hierfür wurden die Patientenakten sowie die Daten der Transplantationsdokumentation ausgewertet. Die Analyse erfolgte mit R Software (Version 3.6.2) und SPSS (Version 27). Ergebnisse: Das mediane Gesamtüberleben (OS) in der Gesamtkohorte betrug 701 Tage nach Gabe der DLI. In unserer Analyse konnte wir zeigen, dass eine prophylaktische Gabe von DLI mit einem besseren progressionsfreien Überleben (PFS) als eine therapeutische Gabe im Rezidiv (1-Jahres-PFS 66% vs. 50%; p=0,02) vergesellschaftet ist. Patienten welche die DLI in kompletter Remission (CR) erhielten zeigten ein verbessertes PFS (60% vs.47% p=0.02). Hinsichtlich des OS zeigte sich kein Unterschied hinsichtlich der Umstände der Gabe (prophylaktisch vs. therapeutisch (p=0,90) oder des Remissionsstatus (p=0.15). In der multivariaten Analyse des PFS war ein höheres Alter (Alter >50 Jahre (a) im Trend mit einem schlechteren PFS assoziiert (HR 1,76; p=0,06). Bei der multivariaten Analyse des OS zeigt sich, dass die Patienten mit weiblichen Geschlecht bei einer therapeutische DLI-Gabe ein besseres OS hatten (männlich vs. weiblich; 77% vs. 92%; p=0,047). Schlussfolgerung: Unsere Daten zeigen, dass die prophylaktische Gabe der DLI sowie eine Gabe in CR mit einem besseren PFS vergesellschaftet sind. In unserer Kohorte zeigt sich ein Vorteil des OS für weibliches Geschlecht. Die Subgruppenanalyse erbrachte keinen Unterschied der Parameter OS und PFS hinsichtlich der Diagnosen myelodysplastische Neoplasie/akute myeloische Leukämie/ akute Leukämie (MDS/AML/AL) vs. nonMDS/AML/AL. Aufgrund der Seltenheit der Prozedur und der damit einhergehenden Interzentrumsvariabilität sollten diese Daten Anlass zur weiterführenden Analyse gepoolter Daten aus mehreren Zentren oder für prospektive multizentrische Studien geben.
- Freie Schlagwörter (DE)
- alloSCT, DLI, graft versus host disease (GvHD), Alter, Geschlecht, komplette Remission
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- angenommene Version / Postprint / Autorenversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1014642
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 13.01.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC-SA 4.0- Inhaltsverzeichnis
Deckblatt Zusammenfassung Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Tabellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis Genderdisclaimer 1.Einleitung 1.1. Krankheiten 1.1.1. Akute myeloische Leukämie (AML) 1.1.2. Akute lymphatische Leukämie (ALL) 1.1.3. Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) 1.1.4. Myeloproliferative Neoplasien (MPN) 1.1.5. Myelodysplastische Syndrome/Neoplasien (MDS) 1.2. Allogene Blutstammzelltransplantation 1.2.1. Allgemeines 1.2.1.1. Geschichte der alloSCT 1.2.1.2. Ablauf einer alloSCT 1.2.2. Transplantationsimmunologie 1.2.2.1. Allgemeines 1.2.2.2. Immunologische Grundlagen 1.2.2.3. Host-versus-Graft-Reaktion 1.2.2.4. Graft-versus-Tumor/Leukämie-Reaktion (GvT/GvL) 1.2.2.5. Graft-versus-Host-Reaktion 1.2.3. Konditionierung 1.2.3.1. Allgemeines 1.2.3.2. Myeloablative Konditionierung (MA) 1.2.3.3. Reduced Intensity Conditioning (RIC) 1.2.3.4. Nicht Myeloablative Konditionierung (NMA) 1.2.4. Spenderauswahl 1.2.4.1. Allgemeines 1.2.4.2. Matched Sibling Donor 1.2.4.3. Matched Unrelated Donor 1.2.4.4. Missmatched Unrelated Donor 1.2.4.5. Haploidente Transplantation 1.2.4.6. Syngene Transplantation 1.2.5. Transplantatquelle 1.2.5.1. Allgemeines 1.2.5.2. Stammzellen des Knochenmarks (BM) 1.2.5.3. Periphere Blutstammzellen (PBSCT) 1.2.5.4. Stammzellen aus Nabelschnurblut (UCB) 1.2.6. Remissionsstatus nach alloSCT 1.2.6.1. Allgemeines 1.2.6.2. Chimärismus 1.2.6.3. Messbare Resterkrankung (MRD) 1.2.6.4. Bildgebung 1.2.7. Rezidivtherapie nach alloSCT 1.2.7.1. Allgemeines 1.2.7.2. Pharmakologische Therapie 1.2.7.3. Strahlentherapie 1.2.7.4. Immunologische Therapie nach alloSCT 1.2.7.4.1. Allgemeines 1.2.7.4.2. DLI bei CML 1.2.7.4.3. DLI bei AML 1.2.7.4.4. DLI bei ALL 1.2.7.4.5. DLI bei NHL 1.2.7.4.6. DLI bei anderen Entitäten 2. Aufgabenstellung 3. Patienten und Methoden 3.1. Patientendaten 3.2. Daten zur Transplantation 3.3. Daten zur Donorlymphozyteninfusion 3.4. Definition der Konditionierungstherapie 3.5. Klassifikation der Erkrankungen 3.6. Definition von Remission/Rezidiv 3.6.1. Definition von Remission/Rezidiv AML/MDS 3.6.2. Definition von Remission/Rezidiv: ALL 3.6.3. Definition von Remission/Rezidiv: NHL 3.6.4. Definition von Remission/Rezidiv: CML 3.6.5. Definition von Remission/Rezidiv: PMF 3.7. Klassifikation der GvHD 3.8. Definition der Art der DLI (prophylaktisch vs. therapeutisch) 3.9. Statistische Methoden 4. Ergebnisse 4.1. Patientencharakteristika 4.1.1. Demografische Daten 4.1.2. Daten zur alloSCT 4.1.3. Daten zur DLI Gabe 4.1.4. Daten zum Therapieergebnis 4.2. Vergleich der prophylaktischen und therapeutischen Kohorte 4.3. Ergebnisse der prophylaktischen Korhorte 4.3.1. PFS der prophylaktischen Kohorte 4.3.2. OS der prophylaktischen Kohorte 4.4. Ergebnisse der therapeutischen Kohorte 4.4.1. PFS der therapeutischen Kohorte 4.4.2. OS der therapeutischen Kohorte 4.5. Ergebnisse der MDS/AML/AL vs. nonMDS/AML/AL-Kohorte 4.6. Ergebnisse der AML vs. nonAML-Kohorte 4.7. Ergebnisse der prophylaktischen und therapeutischen Kohorte innerhalb der „AML“-Subgruppe 4.8. Ergebnisse der CR vs. non CR-Kohorte 4.9. Ergebnisse der prophylaktischen und therapeutischen Kohorte 4.10. Ergebnisse der prophylaktischen und therapeutischen Kohorte innerhalb der CR-Subgruppe 4.11. Ergebnisse der prophylaktischen und therapeutischen Kohorte innerhalb der nonCR-Subgruppe 5. Diskussion 6. Zusammenfassung 7. Referenzen/Literatur 8. Erklärung über den Anteil an der Promotionsarbeit 9. Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 10. Lebenslauf 11. Publikationen 12. Danksagung