- AutorIn
- Yvonne Kosch
- Titel
- Untersuchung zu Arzneimittelresistenzen von Varroa destructor gegen organische Säuren
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1039183
- Datum der Einreichung
- 30.07.2025
- Datum der Verteidigung
- 25.11.2025
- Abstract (DE)
- Einleitung Varroa destructor gehört zu den wichtigsten Pathogenen der westlichen Honigbiene. Seit der ersten Infektion von Apis mellifera vor etwa 60 Jahren hat sich der Parasit global verbreitet und sorgt sowohl durch Übertragung von weiteren Pathogenen auf die Honigbiene als auch durch die Schädigung der Bienenbrut für erheblichen Schaden. Neben biotechnischen Maßnahmen stehen auch verschiedene pharmakotherapeutische Behandlungsoptionen zur Verfügung. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine kurative, sondern eine palliative Behandlung, um das Infektionslevel und damit die Schädigung des Bienenvolkes möglichst gering zu halten. Zu den pharmakotherapeutischen Maßnahmen gehören die Therapie mit synthetischen Akariziden wie Flumethrin, Tau-Fluvalinat, Amitraz und Coumaphos, Substanzen pflanzlichen Ursprungs, wie ätherische Öle, und organischen Säuren. Gegen die synthetischen Akarizide hat Varroa destructor bereits Resistenzen entwickelt. Da das Risiko einer Resistenzentwicklung bei organischen Säuren als gering eingeschätzt wird und bisher keine Resistenzen bekannt sind, werden Tierarzneimittel zur Behandlung der Varroose bei Honigbienen mit diesen Substanzen in Deutschland von der apothekenpflicht freigestellt. Ziele der Untersuchung Die Nutzung von organischen Säuren zur Behandlung einer Varroa destructor Infektion nimmt auf Grund begrenzter weiterer Therapieoptionen immer weiter zu. Ziel der vorliegenden Studie ist es, Hinweise auf Resistenzen von Varroa destructor gegenüber organischen Säuren wie Oxal-, Ameisen- und Milchsäure in der Literatur zu untersuchen. Material und Methoden Die vorliegenden systematischen Literaturreviews folgen dem Prisma Schema. Die vorliegenden Literaturquellen stammen aus der medizinische Datenbanken Pubmed® und der multidisziplinären Datenbank Web of ScienceTM, sowie den beiden Bibliothekskatalogen der deutschen Nationalbibliothek und der Universität Leipzig. Um ein möglichst vollständiges und umfangreiches Ergebnis zu erhalten, erfolgte eine Volltextsuche mit über Boolesche Operatoren verbundenen Suchbegriffen. Die Abstracts und Volltexte der primären Ergebnisse wurden auf Inklusionskriterien überprüft. Danach wurden Duplikate entfernt. Anschließend wurden alle für die Untersuchung einer potenziellen Resistenzentwicklung relevanten Informationen in einer Microsoft Excel Tabelle festgehalten. Zu diesen Parametern gehören unter anderem das Jahr der Studie, die Lokalisation und Art der Studie und die gegebenen Wirksamkeitswerte und deren Ermittlungsmethode. Zur Darstellung der Studienlokalisationen wurde die Geoinformationssoftware Quantum (Qgis) verwendet. Zur Analyse der angewendeten Säuredosierungen wurden diese auf Zieleinheiten normiert. Eine jährliche Durchschnittsdosis zur Bewertung der Dosisentwicklung über die Zeit wurde berechnet. Auf Grund der geringen Anzahl und der weiten Streuung der Wirksamkeitswerte wurden jährliche Mediane berechnet und Ausreißer näher untersucht. Ergebnisse Insgesamt wurden 212 Literaturquellen aus den Datenbanken Pubmed®, Web of ScienceTM und den zwei Bibliothekskatalogen in die Analyse einbezogen. Es konnten 274 Wirksamkeitswerte für Oxalsäure, 167 für Ameisensäure und 13 für Milchsäure extrahiert werden. Eine Wirksamkeit von weniger als 70 % wurde als nicht ausreichend wirksam und damit möglicherweise resistent eingestuft. Aus den jährlichen Medianen der letzten 30 Jahre konnten in Abhängigkeit der einzelnen organischen Säuren und deren Applikationsform nur wenige Ausreißer unter 70 % Wirksamkeit identifiziert werden. Diese konnten durch die unterschiedlichen Studiendesigns erklärt werden. Auch die Dosismodifikationen zeigten keinen Hinweis auf eine Resistenzentwicklung. Schlussfolgerung Die diesen Reviews zu Grunde liegenden Studien unterscheiden sich stark in ihrem Design und auch in den angegebenen Informationen. Ein Vergleich dieser ist daher nur eingeschränkt möglich. Es konnte jedoch kein Hinweis auf eine Resistenzentwicklung von V. destructor gegen organische Säuren gefunden werden. Die Zunahme der Anwendung der organischen Säuren in der Therapie dieses Parasiten und die rasante Entwicklung von Resistenzen gegen synthetische Akarizide machen eine weitere Überprüfung der Wirksamkeit jedoch unerlässlich. Weitere standardisierte Studien sind nötig, um das Fehlen einer Resistenzentwicklung bei dieser Wirkstoffgruppe als das entscheidende Kriterium für die Freistellung von der Apothekenpflicht auch weiterhin sicherzustellen.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Arzneimittelresistenzen, Varroa destructor, organische Säuren
- Klassifikation (DDC)
- 636.089
- 630
- GutachterIn
- Prof. Dr. Christoph Mülling
- Prof. Dr. Melanie Hamann
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1039183
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 20.04.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
- Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ......................................................................................................................... 1 2. Literaturübersicht .......................................................................................................... 3 2.1. Varroa destructor ............................................................................................................. 3 2.1.1. Taxonomie und Morphologie ................................................................................. 3 2.1.2. Lebenszyklus .......................................................................................................... 5 2.1.3. Symptomatik der Varroose ..................................................................................... 8 2.1.4. Diagnostik und Monitoring .................................................................................... 8 2.1.5. Therapieoptionen .................................................................................................. 10 2.1.5.1. Biotechnische Maßnahmen .................................................................................. 11 2.1.5.2. Pharmakotherapeutische Maßnahmen .................................................................. 12 2.1.5.2.1. Verkaufsabgrenzung von Arzneimitteln ............................................................... 12 2.1.5.2.2. Synthetische Akarizide ......................................................................................... 13 2.1.5.2.3. Pflanzliche Substanzen und deren Modifikationen .............................................. 15 2.1.5.2.4. Organische Säuren ................................................................................................ 16 2.1.5.2.4.1. Oxalsäure .............................................................................................................. 17 2.1.5.2.4.2. Ameisensäure ....................................................................................................... 18 2.1.5.2.4.3. Milchsäure ............................................................................................................ 20 3. Publikationen ................................................................................................................ 21 3.1. Publikation 1 ................................................................................................................. 21 3.2. Publikation 2 ................................................................................................................. 45 4. Diskussion und Schlussfolgerung ................................................................................ 65 5. Zusammenfassung ........................................................................................................ 71 6. Summary ........................................................................................................................ 73 7. Referenzen ..................................................................................................................... 75 7.1. Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 75 7.2. Abbildungsverzeichnis .................................................................................................. 90 8. Danksagung .................................................................................................................. 91