- AutorIn
- Alexander Rühle
- Nils H. Nicolay
- Titel
- Die Rolle der Chemotherapie im Kontext der Bestrahlung beim Nasopharynxkarzinom: Update der MAC-NPC-Netzwerk-Metaanalyse
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1045751
- Quellenangabe
- Strahlentherapie und Onkologie
Erscheinungsjahr: 2024
Jahrgang: 200
Heft: 1
Seiten: 99-102
ISSN: 0179-7158
E-ISSN: 1439-099X - Erstveröffentlichung
- 2023
- Abstract (DE)
- Hintergrund und Ziel der Arbeit: Lokoregionär fortgeschrittene Nasopharynxkarzinome sollten mit einer simultanen Radiochemotherapie behandelt werden, wobei eine Intensivierung der Systemtherapie, entweder durch Induktionschemotherapie oder adjuvante Chemotherapie, möglicherweise die onkologischen Ergebnisse weiter verbessern kann. Während die vergangenen MAC-NPC-Metaanalysen die Therapiesequenz einer simultanen Radiochemotherapie gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie hinsichtlich des Gesamtüberlebens favorisierten, sind zuletzt neuere Studien veröffentlicht worden, welche potenziell größere Vorteile für die Sequenz einer Induktionschemotherapie gefolgt von einer simultanen Radiochemotherapie zeigten, sodass nun eine aktualisierte Metaanalyse der MAC-NPC-Gruppe auf Basis individueller Patientendaten erfolgte. Patienten und Methoden Für diese Metaanalyse wurden randomisierte Studien zum nichtmetastasierten Nasopharynxkarzinom, welches mit Radiotherapie allein oder kombiniert mit (induktiver, simultaner oder adjuvanter) Chemotherapie behandelt wurde, in allgemeinen Datenbanken wie PubMed und Web of Science sowie chinesischen medizinischen Literaturdatenbanken identifiziert; für die Analyse wurden individuelle Patientendaten verwendet. Ergebnisse: Die aktualisierte Netzwerkmetaanalyse umfasste 28 Studien mit insgesamt 8214 Patienten; die berücksichtigten Studien rekrutierten zwischen 1988 und 2016. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 7,6 Jahre. Die drei Therapieformen mit dem höchsten Nutzen für das Gesamtüberleben waren eine taxanhaltige Induktionschemotherapie gefolgt von einer Radiochemotherapie (HR = 0,75; 95 %-KI 0,59–0,96), eine taxanfreie Induktionschemotherapie gefolgt von einer Radiochemotherapie (HR = 0,81; 95 %-KI 0,69–0,95) und eine Radiochemotherapie gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie (HR = 0,88; 95 %-KI 0,75–1,04), jeweils in Bezug zur alleinigen simultanen Radiochemotherapie. Die Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des Gesamtüberlebens durch diese Therapien im Vergleich zu den übrigen Therapiesequenzen wurde mit dem sogenannten P‑Score beziffert: Dieser betrug 92 % für eine zusätzliche taxanhaltige Induktionschemotherapie, 87 % für eine taxanfreie Induktionschemotherapie und 72 % für eine adjuvante Chemotherapie. Schlussfolgerung der Autoren: Die Therapieintensivierung mittels Induktionschemotherapie oder adjuvanter Chemotherapie verbessert das Gesamtüberleben gegenüber einer alleinigen simultanen Radiochemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nasopharynxkarzinom. Weitere randomisierte Studien sind jedoch notwendig, um im direkten Vergleich die Überlegenheit einer Induktionschemotherapie oder adjuvanten Chemotherapie weiter zu quantifizieren.
- Andere Ausgabe
- Erstveröffentlichung
DOI: 10.1007/s00066-023-02164-9 - Freie Schlagwörter (DE)
- Chemotherapie, Bestrahlung, Nasopharynxkarzinom, MAC-NPC-Netzwerk-Metaanalyse, Kommentar
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Verlag
- Springer, Heidelberg
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1045751
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 13.05.2026
- Dokumenttyp
- Artikel
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0