- AutorIn
- Franziska Küstermann
- Titel
- Mineralocorticoid-Rezeptor-Signalweg in peripheren Blutzellen bei Patient:innen mit Multipler Sklerose
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1050349
- Datum der Einreichung
- 26.08.2025
- Datum der Verteidigung
- 30.04.2026
- Abstract (DE)
- Die Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige neurologische Erkrankung autoimmun-entzündlicher Pathogenese. In einer vorausgegangenen Arbeit konnten wir zeigen, dass der Mineralocorticoid-Rezeptor (MR) bei diesen Patient:innen im peripheren Blut minderexprimiert wird. Die Funktion des MR und regulierter Zielgene für die Entstehung, den Krankheitsverlauf sowie das Therapieansprechen bei Multiplen Sklerose ist allerdings noch unklar. Auf Basis überwiegend indirekter Daten (bspw. Salzüberschussmodelle in Tierversuchen) ergeben sich Hinweise für eine immunmodulierende Funktion des MR. Schnittstellen der Wirkweise des MR finden sich dabei sowohl in Elementen des erworbenen (beispielsweise T-Zell-Differenzierung hin zu proinflammatorischen Phänotypen, Regulation der Antikörpersynthese) als auch des angeborenen Immunsystems (Aktivität von dendritischen Zellen). In der Behandlung der Multiplen Sklerose sind in den vergangenen Dekaden zahlreiche Therapeutika entwickelt worden. Auf Grund der a.e. interindividuell unterschiedlichen Pathogenese besteht aber anhaltend ein Mangel an Biomarkern, welche prädiktive Aussagen zum Krankheitsverlauf aber auch dem Therapieansprechen erlauben. In der klinischen Routine fällt dabei ein besonderes Augenmerk auf Blutbiomarker, welche sich auf Grund der leichten Bestimmbarkeit auch für Verlaufskontrollen anbieten. Wir konnten OTUD1 als ein Markergen für die Aktivität des MR-Signalweges identifizieren und in einer Reihe unabhängiger zellkultureller Experimente bestätigen. MR und OTUD1 werden bei Patient:Innen mit MS niedriger exprimiert als bei gesunden Kontrollen. Dieser Effekt zeigt sich für den MR bei jüngeren Patient:Innen und Frauen akzentuiert. Im Hinblick auf eine zunehmende krankheitsbedingte Behinderung konnten keine signifikanten Unterschiede erhoben werden, es zeigt sich aber eine Tendenz zur Abnahme der Expression von OTUD1 und MR mit voranschreitender Behinderung. Die Expression von MR ist unter Therapie mit IFNß vergleichbar zu der gesunder Kontrollen; dennoch wird OTUD1 erniedrigt exprimiert. Unter Therapie mit Fingolimod zeigt sich die Expression des MR extrem reduziert; auch OTUD1 wird vermindert exprimiert, allerdings nicht in gleichem Ausmaß. Genexpressions- und tierexperimentelle Studien legen einen Zusammenhang von OTUD1 und der Entstehung / Unterhaltung von Autoimmunität nahe. Wir postulieren daher einen MR-vermittelten Beitrag zum Krankheitsverlauf der MS. Die Ergebnisse aus den Patienten mit DMT stützen diese Beobachtung zusätzlich. Weiterführende Studien sind für ein tieferes Verständnis der Zusammhänge nötig und sollten grundlagenwissenschaftliche (genaues Zusammenspiel des MR-Signalwegs) und klinische Bereiche (zunächst Längsschnittdaten von MS Patient:Innen in unterschiedlichen Therapieregimen) umfassen.
- Verweis
- Link: https://www.mdpi.com/1422-0067/25/16/8883
Mineralocorticoid Receptor Signaling in Peripheral Blood Cells in Patients with Multiple Sclerosis
DOI: 10.3390/ijms25168883 - Freie Schlagwörter (DE)
- Multiple Sklerose, Mineralocorticoid Rezeptor, Target Gen, Aldosteron, Transkription
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- aktualisierte Version
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1050349
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 04.06.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY-NC-ND 4.0- Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 1. Einführung 1.1. Ätiologie und Pathogenese der Multiplen Sklerose 1.2. Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und MS 1.3. Regulation und Funktionsweise des Mineralocorticiod-Rezeptor 1.4. Der Mineralocorticoid-Rezeptor Signalweg im Kontext der Multiplen Sklerose 1.5. Medikamentöse Therapie der MS – auf dem Weg in eine personalisierte Medizin? 1.6. Erarbeitung von Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit 2. Publikation 3. Zusammenfassung Hintergrund Fragestellung Methoden Ergebnisse Einordnung und Ausblick 4. Literaturverzeichnis 5. Anlagen 5.1. Darstellung des eigenen Beitrags 5.1. Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 5.2. Lebenslauf 5.3. Weitere Publikationen 5.4. Danksagung 6. Appendix 6.1 ‘Supplementary Material‘ zur Publikation