- AutorIn
- Anna Celine Reinwarth
- Titel
- Einsamkeit in der zweiten Lebenshälfte
- Untertitel
- Soziale Unterstützung als Ressource während der Covid-19 Pandemie
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1058272
- Datum der Einreichung
- 02.09.2025
- Datum der Verteidigung
- 11.06.2026
- Abstract (DE)
- Die Dissertation untersucht Einsamkeit in der zweiten Lebenshälfte, insbesondere während der COVID-19-Pandemie. Im Mittelpunkt stehen die Messung von Einsamkeit, ihre Entwicklung im Zeitverlauf sowie die Bedeutung von sozialer Unterstützung als Schutzfaktor. Hintergrund Einsamkeit wird als subjektiv empfundene Diskrepanz zwischen gewünschten und tatsächlichen sozialen Beziehungen definiert und unterscheidet sich von sozialer Isolation. Während kurzfristige Einsamkeit normal ist, kann chronische Einsamkeit erhebliche negative Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit haben. Besonders Menschen ab etwa 75 Jahren gelten als gefährdet. Die COVID-19-Pandemie führte zusätzlich zu einem deutlichen Anstieg von Einsamkeit. Ziele der Dissertation Die Arbeit verfolgt drei Hauptziele: Validierung eines kurzen Single-Item-Fragebogens zur Erfassung von Einsamkeit. Untersuchung verschiedener Einsamkeitsverläufe während der COVID-19-Pandemie sowie ihrer Risiko- und Schutzfaktoren. Validierung eines Kurzfragebogens zur sozialen Unterstützung (F-SozU K-6) für Menschen über 60 Jahre und Bereitstellung von Normwerten. Ergebnisse der drei Studien Publikation 1 – Validierung des Single-Items Das Single-Item erwies sich als valide und praktikable Methode, um Einsamkeit in großen Bevölkerungsstudien zu erfassen. Rund 23 % der Befragten wurden als einsam eingestuft. Besonders betroffen waren 25- bis 34-Jährige sowie Menschen ab 75 Jahren. Einsamkeit hing deutlich mit Depressionen, Angst, geringerer Lebenszufriedenheit und fehlender Partnerschaft zusammen. Publikation 2 – Einsamkeitsverläufe während der Pandemie Es wurden drei typische Verläufe identifiziert: keine Einsamkeit (59 %), neu auftretende Einsamkeit (23 %), vorübergehende Zunahme der Einsamkeit (17 %). Wichtige Risikofaktoren waren: geringere soziale Kontakte, bereits bestehende Einsamkeit, depressive Symptome, pandemiebedingter Stress, weibliches Geschlecht. Soziale Unterstützung wirkte als wichtiger Schutzfaktor. Das Alter allein beeinflusste die Einsamkeitsverläufe nicht. Publikation 3 – Validierung des F-SozU K-6 Der Kurzfragebogen zur sozialen Unterstützung zeigte sehr gute psychometrische Eigenschaften und eignet sich für ältere Erwachsene. Höhere soziale Unterstützung war mit geringerer Einsamkeit und weniger depressiven Symptomen verbunden. Besonders Menschen mit Partner, höherem Einkommen und Frauen berichteten über mehr wahrgenommene soziale Unterstützung. Fazit Die Dissertation liefert wichtige Beiträge zur Einsamkeitsforschung: Das validierte Single-Item ermöglicht eine einfache und zuverlässige Erfassung von Einsamkeit. Einsamkeit entwickelt sich unterschiedlich und wird von vielen individuellen sowie sozialen Faktoren beeinflusst. Soziale Unterstützung ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren gegen Einsamkeit. Für Prävention und Intervention sollten insbesondere ältere, alleinlebende oder sozial benachteiligte Menschen unterstützt werden. Zudem werden langfristige Beobachtungen empfohlen, um die Folgen der Pandemie auf Einsamkeit weiter zu untersuchen.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Einsamkeit, Covid-19 Pandemie, soziale Unterstützung, psychometrische Validierung,
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-1058272
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 07.07.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0