- AutorIn
- Franziska Bader
- Titel
- Die (Re)Produktion geschlossenen und bewachten Wohnens in Deutschland
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-167224
- Datum der Einreichung
- 14.10.2016
- Datum der Verteidigung
- 17.07.2017
- Abstract (DE)
- Bislang wurden Gated Communities beziehungsweise geschlossenem und be-wachtem Wohnen hierzulande wenig Bedeutung zugeschrieben. Im Gegensatz zur Beobachtung ihrer weltweiten Verbreitung dominiert in Deutschland die Vorstellung, dass eine vorherrschend wohlfahrtsstaatliche Steuerung von Stadt-entwicklung das Aufkommen einer derartigen Form des Wohnens weitestge-hend konterkariert. Mit dem Bau des prominenten Beispiels Arkadien in Pots-dam Ende der 1990er Jahre – der ersten vorstädtischen Gated Community Deutschlands nach explizit amerikanischem Vorbild – erscheint dieses Thema jedoch immer wieder in deutschen Tages- und Wochenzeitungen, Internetblogs sowie Fernsehproduktionen. Die anhaltend mediale Aufmerksamkeit wird nicht zuletzt durch die Fertigstellung weiterer Projekte ähnlichen Charakters in ver-schiedenen (Groß)Städten (wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Münster) genährt. Das Thema ist dabei ebenso in den Fokus von Stadtplanungsausschüssen sowie sozial-politisch motivierten Protestinitiativen gerückt. Oft werden sie dadurch in andere Stadtentwicklungsproblematiken einge¬klammert, wie die Rückkehr des (Innen)Stadtwohnens, den Bedeutungs-verlust des sozialen Wohnungsbaus, allgemeine Miet- und Kaufpreisentwick-lungen, Segregationsprozesse oder Gentrifizierungsängste. Die wissenschaft-lichen Auseinandersetzungen sind entgegen diesen Beobachtungen jedoch ver-halten. Es gibt kaum Publikationen, laufende Forschungsprojekte oder empiri-sche Fallstudien, die sich mit den Entstehungsursachen und genaueren Ausprä-gungen in Deutschland befassen. Da es sich bei den hier im Fokus stehenden Fällen nicht um direkte Initiativen von SelbstnutzerInnen privaten Eigentums handelt, sondern um ein sicherheits- und serviceorientiertes Angebot seitens kommerzieller Wohnungsmarktakteure in bestimmten Preissegmenten, werden die ProduzentInnen dieser Wohnprojekte ins Zentrum dieser Arbeit gestellt. Ent-gegen den dominanten Erklärungsgesuchen des wissenschaftlichen Diskurses zu Gated Communities, die bislang vor allem auf Nachfragepräferenzen beruhten, werden so die Entstehungsbedingungen und -ursachen bei den HerstellerInnen und deren jeweiligen Handlungskontext gesucht. Die Arbeit gibt damit zugleich Einblick in die ermöglichenden und beschränkenden Bedingungen, unter denen städtischer (Wohn)Raum in der Gegenwart (re)produziert wird.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Geschlossenes und bewachtes Wohnen, Deutschland, Herstellung, Fallstudie
- Klassifikation (DDC)
- 910
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-167224
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 09.11.2017
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0