- AutorIn
- Alina Hennecke
- Titel
- Secondary analysis of potential associations between oral health and infection-related parameters in patients with severe heart failure ̶ results of a German cohort
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-968678
- Datum der Einreichung
- 15.10.2024
- Datum der Verteidigung
- 07.04.2025
- Abstract (DE)
- Obwohl der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herzerkrankungen bereits umfassend beschrieben wurde, besteht noch immer ein Mangel in der frühzeitigen parodontalen Versorgung der Patienten mit schweren Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz (HF). Dabei besteht bei unzureichendem Mundgesundheitsverhalten und gleichzeitig entsprechendem Schweregrad der Parodontitis ein gesteigertes Risiko für systemische Komplikationen bis hin zum Tod. Die zugrundeliegenden kausalen Mechanismen sind noch unklar. Ziel dieser retrospektiven Kohortenstudie war es zu untersuchen, inwieweit parodontaler sowie dentaler Gesundheitszustand von Patienten mit Herztransplantation (HTx), Linksventrikulärem Herzunterstützungssystem (LVAD) und Herzinsuffizenz (HF) im Zusammenhang mit dem kardiologischen Outcome (Infektionen und Überleben) der untersuchten Patienten stehen. Darüber hinaus sollte untersucht werden, ob die parodontale Entzündungslast im Zusammenhang zur Überlebensrate von Patienten mit schweren Herzerkrankungen steht. In die klinisch, retrospektive Kohortenstudie wurden 329 Patienten eingeschlossen (HTx: 34%, LVAD: 38,9%, HF: 27,1%), die sich zwischen 2017 und 2018 im Herzzentrum Leipzig einer umfassenden Mundgesundheitsuntersuchung durch drei kalibrierte Zahnärzte des Universitätsklinikums Leipzig unterzogen haben. Dabei wurden Patienten ausgeschlossen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung in einem schlechten Allgemeinzustand waren, der es unmöglich machte, die Patienten zahnmedizinisch zu untersuchen. Weiterhin wurden Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Infektionskrankheiten (HIV, Tuberkulose, Hepatitis), sowie Schwangere für die Untersuchung nicht berücksichtigt. Die orale Untersuchung umfasste die Anzahl verbleibender Zähne und kariöser Zähne (D-T), einen vollständigen Parodontalstatus einschließlich Sondierungstiefe (ST), Attachmentverlust (CAL) und Blutung auf Sondieren (BOP), sowie die entsprechende parodontale Diagnose nach Schweregrad (Stadium I-IV) und Progressionsgrad (Stufe A-C). Zudem wurde anhand der erhobenen parodontalen Parameter die parodontale Entzündungsfläche (PISA) ermittelt. Des Weiteren wurde der Papillen-Blutungs-Index (PBI) erfasst. Weiterhin wurden kardiologische Parameter aus den Patientenakten extrahiert. Diese umfassten die Anzahl der stationären Aufenthalte 2 Jahre nach zahnärztlicher Untersuchung, regelmäßige ambulante Kontrolle im Herzzentrum Leipzig, bakterielle Infektionen außerhalb von Herz oder Driveline, Sepsis, Virusinfektionen, Überleben, Todesursache im Falle des Todes, sowie Anzahl notwendiger Antibiotikatherapien im Studienzeitraum. Die demografischen Daten wie Alter, Geschlecht, Rauchgewohnheiten, Komorbiditäten sowie die zugrundeliegende kardiologische Erkrankung und Medikationen wurden ebenfalls den Patientenakten entnommen. Die statistische Analyse umfasste Chi-Quadrat-, exakte Mann-Whitney-U-Tests sowie eine logistische Regressionsanalyse mit der Software SPSS (Version 24.0, SPSS Inc. US). Das Durchschnittsalter der 329 untersuchten Patienten betrug 57,3 ± 11,55 Jahre; 84,5% waren männlichen Geschlechts, 12,2% waren Raucher. Die Prävalenz von Infektionen an Herz bzw. Driveline betrug 15,6% und außerhalb von Herz/Driveline 12,8%. Während des Studienzeitraumes starben 22,6% der Studienteilnehmer, vornehmlich aus kardiologischem Grund (44,4%). Im Durchschnitt hatten die untersuchten Patienten 18,96 ± 8,9 Restzähne und wiesen mehrheitlich ein Parodontitis Stadium III oder IV (89,1%), sowie einen Grad B (80,5%) auf. Die parodontale Entzündungsfläche (PISA) umfasste 271,03 ± 311,06 mm². Die Anzahl kariöser Zähne (D-T) betrug 0,37 ± 1,15 und war nicht mit infektionsbedingten kardiologischen Ergebnissen oder dem Überleben der Patienten assoziiert (p>0,05). Jedoch gab es signifikante Zusammenhänge zwischen einem erhöhten BOP und vermehrten Entzündungen an Herz/Driveline (p=0,04), sowie bakteriellen Infektionen außerhalb des Herzens (p<0,01) während des Beobachtungszeitraumes. Darüber hinaus war ein erhöhter PISA Wert signifikant mit erhöhten Infektionen außerhalb des Herzens (p<0,01) und Sepsis (p=0,02) assoziiert. Es wurden keine Zusammenhänge zwischen parodontalen Parametern und dem Gesamtüberleben festgestellt. In der logistischen Regressionsanalyse war ein höheres Alter mit einem geringeren Überleben verbunden (OR 0,970, CI95 0,944-0-996, p=0,03). Zudem zeigte sich für Infektionen am Herzen/Driveline, dass ein BMI ≥ 25 mit einem dreifach erhöhten Infektionsrisiko assoziiert ist (OR 3,063, CI95 1,158-8,101, p=0,02). In der hier untersuchten Kohorte zeigte sich ein überwiegender Anteil der Patienten mit einer vorliegenden (schweren) Parodontitis und damit einhergehenden parodontalen Entzündung (BOP, PISA). Weiterhin zeigte sich, dass die ebengenannten Entzündungsparameter vermehrt mit kardialen und systemischen Infektionen in Verbindung stehen. Unter Berücksichtigung der Limitationen dieser Studie geben die Ergebnisse einen Hinweis auf die Notwendigkeit einer regelmäßigen dentalen und parodontalen Untersuchung bzw. Nachsorge um (oralbedingten) Infektionen vorzubeugen.
- Andere Ausgabe
- Secondary analysis of potential associations between oral health and infection-related parameters in patients with severe heart failure ̶ results of a German cohort
DOI: 10.1186/s12872-023-03612-1 - Freie Schlagwörter (DE)
- Parodontitis, Herzinsuffizienz, Infektion, Orale Gesundheit
- Klassifikation (DDC)
- 610
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Universität Leipzig, Leipzig
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-968678
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 28.04.2025
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Englisch
- Lizenz / Rechtehinweis
CC BY 4.0